Vorschläge für Pflegezeit gehen in richtige Richtung – Feinjustierung und nachhaltige Perspektive erfordern deutlich mehr
Der Deutsche Pflegerat e.V., (DPR), begrüßt die Initiative von Seniorenministerin Schröder, die häuslichen Pflegearrangements durch eine Verlängerung der Pflegezeit zu unterstützen. „Es ist wichtig, dass Menschen in schwierigen Lebensphasen gerade durch Angehörige unterstützt werden, die dieses leisten wollen und dass die Gesellschaft ihrerseits dies z.B. durch eine Pflegezeit (analog auch zur Betreuung von Kindern) stützt“, sagt Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR. Es fehle aber nach wie vor eine nachhaltige Perspektive und Initiative, die vor dem Hintergrund der demografi-schen Veränderungen mittel- bis langfristig die Versorgung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen absichert, so Westerfellhaus weiter, denn man könne nicht auf Dauer darauf bauen, dass Angehö-rige in ausreichender Zahl für die häusliche Pflege bereit stehen. Es bedarf nach Ansicht des DPR noch einiger Korrekturen des Vor-schlags von Ministerin Schröder.
So seien zwei Jahre zwar besser als sechs Monate (so eine Überle-gung aus der alten Bundesregierung), doch in der Mehrzahl dauere die Notwendigkeit der Betreuung deutlich länger. Grundsätzlich brau-chen alle pflegenden Angehörigen Unterstützung, Anleitung, Beratung und Entlastung durch qualifiziertes Fachpersonal. Dies müsse zukünf-tig noch viel mehr gewährleistet werden, um Selbstausbeutung, Über-forderung und gesundheitlichen Schaden von pflegenden Angehöri-gen abzuwenden.
Der DPR fordert von allen politisch Verantwortlichen ein Gesamtkonzept, das angesichts des demografischen Wandels, aber auch des zunehmenden Personalmangels in der Pflege Antworten liefert. Dies reiche auch deutlich über die Reform der Pflegeversicherung hinaus.