DPR Presseinformation
BERLIN, 16. April 2008
Der Deutsche Pflegerat (DPR) begrüßt ausdrücklich die klaren Worte aus den Reihen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) anlässlich der gestern vorgestellten DKI-Studie ‚Neuordnung von Aufgaben des ärztlichen Dienstes’. „Jetzt wird die Sache endlich auf den Punkt gebracht“, sagte Marie-Luise Müller, Präsidentin des DPR in Berlin. „Die Zeit war reif, die DKG bezieht endlich klar Stellung und bringt ihrerseits die überfälligen Prozess- und Ressourcenoptimierungen in Gang!“
Dass ein „Beharren auf berufs- und standespolitischen Positionen das deutsche Krankenhauswesen nicht weiterbringt“, so die Aussage von DKG-Präsident Kösters, ist seit langem die Position der Pflegeverbände. Ob vor dem Hintergrund der jetzt präsentierten Ergebnisse nun auch die Ärzteschaft zu einem Rollenwechsel und einer konsequent sachlichen Diskussion des Themas bereit ist, wird sie beweisen müssen. Die politische Umsetzung der Empfehlungen des Sachverständigenrats 2007 nach einer Neuordnung der Aufgabenteilung ist auf gutem und zügigem Weg.
Mit der Neuverteilung ist auch die Budgetzuweisung in den Fokus zu rücken: Geld folgt der Leistung, dieser Leitsatz hat auch hier zu gelten. Nun stehen mehr Patienten- und Unternehmensinteressen im Fokus.
Keinesfalls können die ohnehin durch jahrelangen Personalabbau maximal belasteten Pflegekräfte weitere Aufgaben übernehmen, wenn nicht gleichzeitig die entsprechenden Personalressourcen an sie übertragen werden. Hier ist eine Entlastung nötig, die den Namen auch verdient! „Betrifft die Neuverteilung der Aufgaben die Pflege, ist eine entsprechende personelle Aufstockung unabdingbar“, so Müller. Die Unternehmen sind jetzt aufgefordert, in Personalentwicklung und Qualifizierung der Pflegekräfte zu investieren.
Die Kurzfassung der DKI-Studie ‚Neuordnung von Aufgaben des ärztlichen Dienstes’ ist im Anhang beigefügt.