Pflege in Deutschland

Die Fakten

Sich den demografischen Herausforderungen stellen

Pflege ist allgegenwärtig: Vom Beginn des Lebens im Kreißsaal, über Unfälle im Kindesalter bis zur Erkrankung als Erwachsener und in der Altenpflege. Auch in der Entwicklungshilfe und in Krisengebieten wird Versorgung benötigt, in der Traumatologie, in der Notfallaufnahme, auf der Intensivstation. Und im OP-Bereich, in der Psychiatrie, in der Palliativpflege am Ende des Lebens. Pflegende forschen, lehren, tragen Verantwortung. Deshalb brauchen wir auch Wertschätzung und Perspektiven für diesen Beruf.

Die Auswirkungen des demografischen Wandels im Bereich der professionellen Pflege sind bereits heute deutlich spürbar. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit 2,4 Millionen bis 2050 auf vier Millionen erhöhen wird. Dem gegenüber steht schon jetzt ein eklatanter Mangel an Pflegepersonen, der sich in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen wird.

Ein massives Umdenken sowie ein grundlegender Strukturwandel sind dringend erforderlich. Ein Umdenken auf politischer, aber auch auf gesellschaftlicher Ebene. Denn noch viel zu häufig wird die Dramatik der Situation erst im eigenen Bedarfsfall erkannt.

Die Berufsgruppen der Pflegenden und Hebammen sind aufgerufen, sich für den erforderlichen Strukturwandel einzu- setzen, Gesellschaft und Politik zu fordern und die Zukunft der professionellen Pflege zu gestalten. Im Sinne einer modernen, bedarfsorientierten und integrierten Versorgung über alle Gesundheitsbereiche hinweg. 

Die Forderungen

Bessere Ausbildung

... weiter lesen

 

  1. Pflegeausbildung muss sich an den Anforderungen der Menschen orientieren, die einer pflegerischen Unterstützung bedürfen, unabhängig vom Ort und der Art der Unterstützung.

  2. Pflegeausbildung muss sich an modernen pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten und auf eine lebenslange Karriere im Beruf vorbereiten, sowohl in Deutschland und auch international. 

  3. Pflegeausbildung muss auch an Hochschulen und Universitäten angeboten werden. 

  4. Pflegeausbildung braucht auch für die Praxis-Anteile verbindliche Ausbildungsstandards. 

  5. Pflegeausbildung braucht eine sichere Finanzierung.

 


Bessere Arbeitsbedingungen

... weiter lesen

 

  1. Pflegende benötigen mehr Zeit, um Patienten und Pflegebedürftige gut zu versorgen:  Deshalb werden mehr Personalstellen benötigt.

  2. Pflegende brauchen zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit die Einhaltung von Arbeitsschutzbestimmungen und ein verpflichtendes betriebliches Gesundheitsmanagement. 

  3. Pflegende müssen Beruf und Familie vereinbaren können.

  4. Pflegende brauchen klare berufsrechtliche Regelungen für die Berufsausübung. 

  5. Pflegende brauchen Anreize und Raum für Qualifizierung und berufsbegleitendes Lernen.


Angemessene Vergütung

... weiter lesen

 

  1. Pflegende brauchen eine Vergütung, die der großen Verantwortung und Beanspruchung in der professionellen Pflege gerecht wird.

  2. Pflegeberufe brauchen eine Vergütung entsprechend ihrer jeweiligen Qualifikation und ihres jeweiligen Aufgabenprofils.