Pressemitteilung vom 05.12.2014

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Vier-Punkte-Programm zur Lösung des Pflegepersonalmangels

„Seit 1995 wurde in den Krankenhäusern massiv Pflegepersonal abgebaut“, kritisiert Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, heute in Berlin. Allein im Zeitraum zwischen 1995 bis 2005 umfasste dieser Abbau ca. 50.000 Vollzeitstellen im Pflegedienst. „Dieser Personalmangel macht sich inzwischen bei den Patientinnen und Patienten negativ bemerkbar“, mahnt Westerfellhaus. „Wir brauchen dringend Lösungen anstatt weiterer Diskussionen.“

Der Deutsche Pflegerat schlägt zur Lösung des Personalmangels ein vier-Punkte-Programm vor. Erstens: Schaffung von Transparenz. „Die für das Pflegepersonal einkalkulierten Kosten müssen bei diesem auch ankommen und nicht für Investitionen oder andere Personalbereiche verwendet werden“, macht Westerfellhaus deutlich. Zweitens: Bereitstellung eines Zusatzbudgets von jährlich 2,5 Milliarden Euro auf mindestens vier Jahre. „Mit diesen Mitteln können Pflegestellen geschaffen und die Pflegepraxis damit sofort entlastet werden“, fordert Westerfellhaus weiter.

Drittens: Personalausstattung als Qualitätsmaßstab. „Die Personalausstattung muss Bestandteil jeder Leistungsplanung werden. Ihre Beurteilung muss im Zusammenhang mit Qualitätszahlen erfolgen“, merkt der Präsident des Deutschen Pflegerats an. Viertens: Instrumente zur Personalbemessung forcieren. „Wir benötigen den gesetzlichen Auftrag zur Neu- bzw. Weiterentwicklung von geeigneten Instrumenten zur Personalbemessung. Das muss forciert werden“, betont Westerfellhaus.

„Eine angemessene Personalausstattung in den Krankenhäusern bleibt eine der wichtigsten Forderungen des Deutschen Pflegerats“, macht Westerfellhaus deutlich. „Wir fordern die Politik, die Kostenträger und die Krankenhäuser dazu auf, die Voraussetzung für eine ausreichende und nachhaltige Personalausstattung sicherzustellen.“

 

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