Pressemitteilung vom 20.01.2015

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Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege muss Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt stellen

„Immer mehr junge Menschen entdecken die Pflege als interessantes Berufsfeld. Es ist erfreulich, dass die Zahl der Altenpflegeschülerinnen und Altenpflegeschüler in den Jahren 2013 und 2014 gestiegen ist“, kommentiert Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), den jetzt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorgelegten Zwischenbericht zur „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege".
 
Demnach haben sich im Schuljahr 2013/2014 mit bundesweit 26.740 Eintritten in eine Altenpflegeausbildung so viele Personen wie nie zuvor für eine Altenpflegeausbildung entschieden, weist Westerfellhaus hin. Damit sei die im Rahmen der Offensive vereinbarte Steigerungsrate von 10 Prozent mit bundesweit insgesamt 14,2 Prozent übertroffen worden.
 
„Die Zahlen sagen aber noch wenig über den Erfolg in diesem Handlungsfeld der Offensive aus. Denn zur Halbzeit der seit Dezember 2012 laufenden Offensive können noch keine Zahlen über die Steigerung erfolgreicher Berufsabschlüsse vorliegen“, betont Westerfellhaus. Die Ausbildungen sind noch nicht beendet.
 
Hinzu komme, dass die erfreuliche Steigerung der Ausbildungszahlen im Wesentlichen in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Hessen, Hamburg und dem Saarland erreicht werden konnte. Viele andere Bundesländer müssen nachziehen“, mahnt der DPR-Präsident und fordert eine „generelle kostenfreie Ausbildung in allen Bundesländern“.
 
„Entscheidend wird letztlich sein, ob es angesichts komplexer werdender pflegerischer Anforderungen und einer gleichzeitig zunehmenden Arbeitsverdichtung gelingt, die Rahmenbedingungen der Arbeit zu verbessern. Ansonsten drohen uns vermehrte Berufsausstiege wie auch eine Steigerung der Quote der Ausbildungsabbrecher. Die Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege hat somit noch längst nicht alle Ziele erreicht“, macht Westerfellhaus deutlich.
 
Die Politik müsse sich in den nächsten Jahren viel stärker als bisher den Themen Wertschätzung und Anerkennung sowie der Schaffung von beständig guten Arbeits- und Rahmenbedingungen für die professionell Pflegenden in allen Handlungsfeldern der Pflege widmen, fordert der Präsident des Deutschen Pflegerats. „Wir brauchen gute Arbeits- und Rahmenbedingungen als Signalwirkung dafür, dass die Berufe in der Pflege attraktiv sind.“
 

Ansprechpartner:
Andreas Westerfellhaus
Präsdident des Deutschen Pflegerats
 
Deutscher Pflegerat e.V.  (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

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