Pressemitteilung vom 28.01.2015

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Wir sind weit davon entfernt, dass in der Pflege ein gleicher Lohn für die gleiche Arbeit gezahlt wird

Westerfellhaus: „Die gewaltigen Lohnunterschiede erfordern mutiges Handeln“
 
Die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege zeigen deutschlandweit enorme Unterschiede. Ergeben hat dies die im Auftrag des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatsekretär Karl-Josef Laumann, vergebene Studie „Was man in den Pflegeberufen verdient“. Deren Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt. Demnach verdient man als Krankenpfleger eher gut und als Altenpfleger deutlich schlechter.
 
„Die Lohnunterschiede zwischen der Alten- und der Krankenpflege machen deutlich, dass Deutschland einen einheitlichen Pflegeberuf und somit eine generalistische Pflegeausbildung mehr denn je benötigt“, macht Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, heute in Berlin deutlich. „Denn mehr denn je sind wir weit davon entfernt, dass in der Pflege für die gleiche Arbeit der gleiche Lohn gezahlt wird“, stimmt Westerfellhaus der Einschätzung des Pflegebevollmächtigten Karl-Josef Laumann zu.
 
Besorgt zeigt sich Westerfellhaus, dass Fachkräfte der Altenpflege im Vergleich zur Krankenpflege im Durchschnitt in ostdeutschen Bundesländern 30 Prozent und in westdeutschen Bundesländern rund 18 Prozent weniger Einkommen haben. Darüber hinaus zeige die Studie, dass die Fachkräfte in der Altenpflege gegenüber vergleichbaren anderen Fachkräften bis zu 18 Prozent weniger verdienen.
 
„Diese Ergebnisse machen deutlich, dass reagiert werden muss. Eine angemessene Bezahlung ist ein Zeichen der Wertschätzung. Die Kostenträger und die Verantwortlichen in den Einrichtungen dürfen sich hier nicht aus der Verantwortung ziehen. Auch wenn dadurch in manchen Regionen Deutschlands die Pflege teurer wird“, betont Westerfellhaus.
 
Pflegefachpersonen in der ambulanten Pflege verdienen bis zu einem Drittel weniger als bei einer vergleichbaren Tätigkeit in Krankenhäusern. Im Vergleich stationäre Pflege und Krankenhaus liegen die Unterschiede bei bis zu einem Viertel. „Die Lohnschere muss nach oben hin geschlossen werden“, macht der Präsident des Deutschen Pflegerats deutlich.
 
Ansprechpartner:
Andreas Westerfellhaus
Präsident des Deutschen Pflegerats
 
Deutscher Pflegerat e.V.  (DPR)

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