Pressemitteilung vom 08.09.2016

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Verspielt die Große Koalition die Chance der Weiterentwicklung der Pflegeberufe?

DPR-Präsident Andreas Westerfellhaus: „Das Pflegeberufereformgesetz muss schnell und ohne faule Kompromisse beschlossen werden“

Im Deutschen Bundestag liegt die Reform des Pflegeberufereformgesetzes auf Halde. „Wir fordern die Abgeordneten der Regierungskoalition auf, endlich die Beratungen zum Pflegeberufereformgesetz zu Ende zu führen und das Gesetz ohne faule Kompromisse zu beschließen“, sagte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, heute in Berlin.
 
Westerfellhaus weiter: „Es geht nach unserem Eindruck gar nicht mehr um inhaltliche Fragen, auch wenn die Gegner der Reform das gerne glauben machen möchten, sondern um taktisches Gezerre zwischen den Parteien.
 
Die seit Monaten andauernde Hängepartie um die künftige, moderne Pflegeausbildung verunsichert die gesamte Branche, schreckt Ausbildungsinteressierte ab und verstärkt so tagtäglich den Pflegefachpersonalmangel.
 
Zum Teil absurde Vorschläge werden kolportiert. So zum Beispiel, die Ausbildung in professioneller Pflege und Pflegeassistenz im gleichen Ausbildungsgang durchzuführen. Solche Vorschläge zeigen ein erschreckendes Maß an Unkenntnis fachlicher und berufspädagogischer Anforderungen.  
 
Die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag haben in der Pflege in dieser Legislaturperiode große und wichtige Reformschritte geschaffen. Für das Rückgrat des Systems, die beruflich Pflegenden, gab es bisher aber nur Gutachten, Expertenrunden und vage Versprechungen. Das einzige konkrete Reformvorhaben für die Pflegenden selbst steckt seit Monaten im Deutschen Bundestag fest.
 
Es geht bei der Reform ja nicht darum, den professionell Pflegenden einen Gefallen zu tun. Es geht schlicht darum, die Pflegeausbildung angesichts der enormen medizinischen und pflegerischen Herausforderungen zukunftstauglich zu machen. Geschieht das nicht, tragen vor allem kranke und pflegebedürftige Menschen den Schaden davon. Verantwortungsvolle Politik sieht anders aus! Es wird Zeit, dass denen, die die Uhr anhalten oder sogar zurückdrehen wollen, mit der durch das Pflegeberufereformgesetz eingeleiteten Reform Paroli geboten wird.
 
Jahrelang haben politisch Verantwortliche tatenlos bei der Ausbeutung der beruflich Pflegenden zugesehen. Das Image des Berufes ist wegen der Arbeitsbedingungen schlecht wie nie zuvor. Darüber können auch die höheren Zahlen in der Altenpflegeausbildung nicht hinwegtäuschen. Diese wurden vor allem durch ein deutliches Absenken des Ausbildungsniveaus erkauft. Und am Ende kommt es darauf an, wer nach der Ausbildung in den Beruf einmündet und ihn auch lange genug ausübt.
 
Eine Investition in die neue, moderne Pflegeausbildung ist eine Investition in die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen in Deutschland und sorgt für die gebotene Patientensicherheit. Dem sind wir alle verpflichtet!“
 
Ansprechpartner:
Andreas Westerfellhaus
Präsident des Deutschen Pflegerats
 
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
 
Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304
 
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de
 

 
Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
 
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
 
Präsident des Deutschen Pflegerats ist Andreas Westerfellhaus, Vize-Präsident ist Franz Wagner, Vize-Präsidentin ist Andrea Lemke.
 
Mitgliedsverbände:
 
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU). 

 

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