Pressemitteilung vom 07.04.2017

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Pflege-Report 2017: Zeitdruck verhindert bessere pflegerische Versorgung

Der Deutsche Pflegerat fordert die Kostenträger dazu auf, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern
 
Der AOK-Bundesverband und das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) haben am Mittwoch (5. April 2017) den Pflege-Report 2017 zum Schwerpunkt „Die Versorgung der Pflegebedürftigen, Psychopharmaka-Einsatz in Pflegeheimen“ vorgestellt.
 
Hierzu äußert sich Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR):
 
“Der Pflege-Report 2017 zeigt ein deutliches Ergebnis. Die stationären Pflegeeinrichtungen benötigen mehr und besser ausgebildetes Personal. Weit über die Hälfte der befragten professionell Pflegenden gibt an, dass der in der Pflege herrschende Zeitdruck dazu führt, das bei herausfordernden Verhalten bei Demenz zu wenig nicht-medikamentöse Intervention eingesetzt werden.
 
Weiter macht der Report deutlich, dass die professionell Pflegenden bei ihrer Arbeit massiv mit den Symptomen von herausfordernden Verhalten bei Demenz belastend konfrontiert sind. Sie benötigen Unterstützung.
 
Der AOK Bundesverband steht in der Pflicht, sich endlich an die Spitze der Kostenträger zu stellen, um die Arbeitsbedingungen der professionell Pflegenden zu verbessern. Mehr Kolleginnen und Kollegen führen in der Pflege dazu, dass die Arbeitsbelastung sinkt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter anderem Zeit für die auch aus ihrer Sicht dringend erforderlichen und sinnvollen nicht-medikamentösen Interventionen haben. Das sichert und gewährleistet die Patientensicherheit, bei zugleich weniger Psychopharmaka.
 
Darüber hinaus zeigt der Pflege-Report 2017, dass die Anforderungen an die professionell Pflegenden in medizinischer wie auch pflegerischer Hinsicht weiterhin steigen. Darauf muss in der Pflegeausbildung reagiert werden. Das Pflegeberufereformgesetz bietet hier unmittelbar die richtigen Lösungen an. Die parlamentarische Behandlung des für die professionell Pflegenden wichtigsten Gesetzes der Legislaturperiode darf im Deutschen Bundestag nicht weiter verzögert werden.
 
Die Pflege benötigt keine weichen Kompromisse. Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages müssen sich ihrer Verantwortung gegenüber den professionell Pflegenden sowie der Patienten und Pflegebedürftigen bewusst sein. Auch das hat der Pflege-Report 2017 deutlich gezeigt.“
 
Ansprechpartner:
Andreas Westerfellhaus
Präsident des Deutschen Pflegerats
 
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
 
Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304
 
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de
 
Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
 
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
 
Präsident des Deutschen Pflegerats ist Andreas Westerfellhaus, Vize-Präsident ist Franz Wagner, Vize-Präsidentin ist Andrea Lemke.
 
Mitgliedsverbände:
 
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

 

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