Pressemitteilung vom 18.09.2015

zurück zur Übersicht

Die generalistische Pflegeausbildung ist der richtige Weg

Deutscher Pflegerat kritisiert einseitige Befragung

 

„Der Weg zu einer einheitlichen Ausbildung der Pflegeberufe ist der richtige Weg", betonte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, heute in Berlin. „Es wird Zeit, dass wir endlich ein gemeinsames Verständnis für unseren Beruf entwickeln.“

„Unseriös und falsch“ sei es, wenn man bei Befragungen zur generalistischen Pflegeausbildung Suggestivfragen stelle und sich ausschließlich auf eine einzige Berufsgruppe stütze, führte Westerfellhaus aus. „Die daraus resultierenden einseitigen Ergebnisse sind keineswegs repräsentativ für das Meinungsbild zur geplanten generalistischen Pflegeausbildung.“ Dabei würden Mikrobefunde zu repräsentativen Aussagen hochstilisiert.

Der Präsident des Deutschen Pflegerats geht damit auf die heute vorgestellten Ergebnisse einer Befragung der DGGPP zur generalistischen Pflegeausbildung ein. Befragt worden seien hierzu Altenpflegeschülerinnen und Altenpflegeschüler. Vergessen zu befragen wurden die gleichfalls von der geplanten gemeinsamen Pflegausbildung betroffenen Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.

„Der Deutsche Pflegerat kritisiert die einseitige Befragung und unterschwelligen Behauptungen der DGGPP. Diese spielt zudem bewusst mit Ängsten der sich in der Ausbildung befindlichen Schülerinnen und Schüler“, sagte Westerfellhaus weiter.

Entgegen der Auffassung der DGGPP komme der wesentlichste Impuls für eine generalistische Pflegeausbildung aus der Pflege selbst, stellte der Präsident des Deutschen Pflegerats weiter klar. „Der Impuls für eine generalistische Pflegeausbildung kommt von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege, die erkannt haben, dass sie für eine bestmögliche Versorgung der ihnen anvertrauten Menschen eine umfassendere Ausbildung benötigen, die das Beste der noch getrennten Pflegeausbildungen vereint“, wies Westerfellhaus hin.

„Es geht daher überhaupt nicht um die Abschaffung der Altenpflege. Niemand will das Wissen und Know-how der bislang getrennten Pflegeausbildungen beschneiden. Solche Behauptungen sind schlichtweg falsch. Sie erzeugen ein Bild, welches der Attraktivität des Pflegeberufs konträr entgegensteht.“

Der Deutsche Pflegerat will mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung eine Zusammenführung von Kompetenzen. Die drei Pflegefachberufe „Altenpflege“, „Gesundheits- und Krankenpflege“ und „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ sollen zu einem neuen Pflegeberuf mit Schwerpunktsetzung zusammengeführt werden. Spezialisierungen sollen im Anschluss an die Berufsausbildung folgen. „Die Grundelemente und Kompetenzen der Pflege sind immer gleich und können daher auch in einer Ausbildung vermittelt werden", zeigt sich Westerfellhaus überzeugt.

Für den Deutschen Pflegerat ist die generalistische Pflegeausbildung eine der wichtigsten Antworten auf den demographischen Wandel. Die Anzahl der Pflegebedürftigen, die eine medizinisch orientierte Versorgung benötigen, nimmt in der ambulanten und stationären Altenpflege zu. Gleichzeitig werden immer mehr alte und hochbetagte Patientinnen und Patienten mit multimorbiden Erkrankungen und zunehmenden Alterserkrankungen wie Demenz in Krankenhäusern versorgt. Das macht eine Neuverteilung von Aufgaben und damit veränderte Kompetenzprofile erforderlich, die ausgebildet werden müssen. Die Antwort auf diese Herausforderungen ist die generalistische Pflegeausbildung.

Weitere Informationen:
Zum Thema "Generalistik" hat der Deutsche Pflegerat (DPR) die wesentlichsten Argumente zusammengetragen. Zu finden sind diese unter www.generalistik-jetzt.de und unter der Rubrik Generalistik.

zurück zur Übersicht