Pressemitteilung vom 18.09.2013

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Fachkräftemangel in der Pflege zeigt Versagen der Politik

Wie bislang unveröffentlichte Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nahelegen, steht Deutschland ein akuter Fachkräftemangel in der Pflege bevor. Demnach fehlen bis Ende 2016 bereits knapp 19.000 Altenpfleger/innen und eben so viele Pflegehelfer/innen. Auf die problematische Situation in der Pflege weist der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) zusammen mit zahlreichen Experten schon seit langem immer wieder hin. Nach den von der Bertelsmann Stiftung im Oktober 2012 vorgelegten Zahlen wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis im Jahr 2030 um rund 50 Prozent zunehmen, dann werden schätzungsweise rund eine halbe Million Stellen für Vollzeitkräfte in der Pflege unbesetzt sein, falls keine grundlegenden Korrekturen erfolgen. „Die Politik hat die Lage bereits ausreichend analysiert“, sagt Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR. „Sie hat darauf jedoch leider mit einer unverantwortlichen Strategie des Aussitzens reagiert – zu Lasten der Berufsangehörigen wie auch der Patienten.“ 

 

Die aktuelle Belastung für Berufsangehörige in der Pflege ist aufgrund des Fachkräftemangels bereits heute immens, sie führt vielfach zur Flucht aus dem Beruf. Deshalb fordert der DPR grundlegende Reformen für den Pflegebereich, darunter eine bessere Ausbildung, bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Mit der Kampagne „Ich will Pflege!“ hat der DPR diese Forderungen an die amtierende Bundesregierung und an alle Parteien gerichtet, die sich zur Wahl stellen. „Direkt nach der Wahl werden wir die neue Regierung zu konkreten politischen Entscheidungen drängen“, sagt Westerfellhaus. „Wir müssen jetzt attraktive Rahmenbedingungen für die Berufsausübung schaffen, um den Beruf für Pflegende langfristig erträglich und für junge Nachwuchskräfte wieder attraktiver zu machen. Nur so können wir dem Pflegenotstand begegnen und eine noch schlimmere Situation in Zukunft verhindern.“

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