Pressemitteilung vom 15.11.2013

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Deutscher Pflegerat e.V. fordert „Nationalen Aktionsplan für Pflegekräfte“

Anlässlich der Eröffnung des 11. Gesundheitspflege-Kongresses in Hamburg fordert der Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), Andreas Westerfellhaus, einen nationalen Aktionsplan für Pflegekräfte, um schnell zu den überfälligen Verbesserungen für die Pflegenden zu kommen. „Wir brauchen Reformen, um den Fachkräftemangel anzugehen und die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern; und wir brauchen sie jetzt“, sagte Westerfellhaus in einer kämpferischen Rede. „Deshalb muss Pflege jetzt Chefsache werden – zwischen der neuen Bundesregierung und dem DPR als führender Interessenvertretung der Pflegenden.“  

In den letzten Jahren habe es wegen des Kostendrucks einen gewaltigen Stellenabbau in der Pflege gegeben. Allein in den deutschen Krankenhäusern seien mehr als 50.000 Stellen verloren gegangen. Dies habe zu einer so hohen Belastung der Pflegekräfte geführt, dass viele in eine Teilzeittätigkeit flüchten oder den Beruf ganz aufgeben. „Diesen Trend gilt es zu stoppen. Das wäre wichtiger als ausländische Pflegekräfte anzuwerben“, sagte Westerfellhaus. „Denn auch die wird man dauerhaft nicht halten können, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen.“ Vielen Pflegenden seien zusätzliche Kollegen wichtiger als eine verbesserte Bezahlung.

Weiter trat Westerfellhaus für eine Reform der Ausbildung ein. Heute sei die Pflege komplexer geworden, Prozesse müssten kritisch hinterfragt, Expertenstandards angewandt und überprüft werden. „Daher ist es wichtig, dass diejenigen, die das gerne wollen, eine akademische Grundqualifikation erwerben können“ sagte Westerfellhaus. „Ein Berufsgesetz Pflege sollte hier nicht nur die Basisausbildung regeln, sondern auch  bundeseinheitlich die weitere Spezialisierung.“ Es solle auch festlegen, mit welcher Qualifikation eine Pflegekraft welche Aufgaben übernehmen könne – in Abgrenzung zu anderen Berufsgruppen, aber auch innerhalb der eigenen Profession.

Zum Abschluss seiner Rede erinnerte Westerfellhaus daran, dass alle Parteien während des Wahlkampfs ihren Reformwillen bekundet haben, forderte ein Ende bloßer Absichtserklärungen und konkrete Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen.

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