AktuellesPressemitteilungen

Impfpflicht: „Nein“ Besserer Zugang zur Impfung: „Unbedingt“

By 12. Januar 2021 No Comments

Deutscher Pflegerat fordert für Pflegefachpersonen bessere Impfinformationen und Impfungen in den Einrichtungen

„Deutschlands Pflegefachpersonen benötigen keine Impfpflicht gegen das Corona-Virus. Zwang schafft keine guten Lösungen“, macht der Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), Franz Wagner, angesichts der aktuellen Diskussion um die Einführung einer Impflicht in der Profession Pflege deutlich.

„Die Impfung muss auf zwei Pfeiler aufgebaut sein, die – richtig angewandt – die Impfbereitschaft wesentlich erhöhen. Erstens: Dringend benötigt werden mehr gezielte und verständlich aufbereitete Informationen. Hier besteht insbesondere in der Ansprache der Profession Pflege großer Nachbesserungsbedarf. Zweitens: Der Zugang zu Impfungen für das Pflegepersonal muss so einfach wie möglich gemacht werden. Das heißt: Die Impfungen müssen vor Ort in den Pflegediensten, Pflegeheimen, Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen stattfinden. Dies wird längst nicht in allen Bundesländern so umgesetzt.“

Belastbare Zahlen zu Impfquoten bzw. zu einer Impfverweigerung in den Pflege- und Gesundheitsberufen gibt es nicht. Die aktuelle Debatte ist aus Sicht des Deutschen Pflegerats ein politisches Ablenkungsmanöver, da die Ungeduld bezüglich der Umsetzung und Organisation der Impfungen in der Bevölkerung wächst.

Aus Sicht des Deutschen Pflegerats muss, bevor eine Impfpflicht für die Profession Pflege erwogen wird, die tatsächliche Impfbereitschaft objektiv und eindeutig geklärt werden. „Eine Impfpflicht könnte auch zu einem negativen Effekt beim bereits völlig erschöpften Pflegepersonal führen. Statt überfälliger und ausbleibender Anerkennung darf die Berufsgruppe jetzt nicht pauschal zum Buhmann herabgewürdigt werden.“

Ansprechpartner:

Dr. h.c. Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Dr. h.c. Franz Wagner.
Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände:

Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Endoskopiefachberufe e.V. (DEGEA); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).