Pressemitteilung vom 29.05.2018

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Sofortprogramm mit Stärken und Schwächen

Deutscher Pflegerat begrüßt Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums und sieht Nachbesserungsbedarf

Das in der vergangenen Woche von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegte Eckpunktepapier „Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege" ist ein erster Schritt in die richtige Richtung zur Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege", betonte Irene Maier, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR), heute in Berlin. „Ein Gesamtkonzept in Form eines Masterplans Pflegeberufe kann das Eckpunktepapier jedoch nicht ersetzen. Dieser mehrjährige Masterplan zur Sicherung der pflegerischen Versorgung und Entwicklung der Pflege in der Zukunft muss dringend erstellt werden."

Irene Maier weiter: „Richtig ist die geplante Ausgliederung der Pflegepersonalkosten im Krankenhausbereich von den Fallpauschalen. Das Risiko, dass dabei eine unzureichende Personalausstattung weitergeführt wird, muss jedoch vermieden werden. Im Eckpunktepapier fehlt die entscheidende Aussage zur notwendigen, verbindlichen Personalausstattung in der Pflege, sowohl im gesamten Krankenhausbereich, einschließlich des Kreißsaals, als auch für die Altenpflege. Der Nachweis der zweckentsprechenden Mittelverwendung bei der krankenhausindividuellen Vergütung von Pflegepersonalkosten wird vom Deutschen Pflegerat begrüßt. Zu kurz angesetzt ist die geplante Refinanzierung der Ausbildungsvergütungen. Diese muss für den gesamten Ausbildungszeitraum gelten.

Die geplanten 13.000 Pflegekräfte in der stationären Altenpflege sind in einem ersten Schritt mehr als die ursprünglich geplanten 8.000 von den Kostenträgern finanzierten Stellen. Angesichts von rund 100.000 fehlenden Stellen, davon 50.000 in der Altenpflege, sind sie jedoch nicht ausreichend. Bereits heute sind 17.000 Vollzeitstellen in der stationären Altenpflege nicht besetzt.

Vergessen wurde im Sofortprogramm des Bundesgesundheitsministeriums der ambulante Bereich der Pflege wie auch der Bereich der Geburtshilfe, für die ein Sofortprogramm gleichfalls dringend benötigt wird. Die Vorschläge für die Krankenpflege müssen auch für die Geburtshilfe gelten. Umfassend nachgebessert werden muss für die Pflegedienste. Bis auf die geplanten Zuschüsse zur Digitalisierung sieht das Sofortprogramm bei diesen keine Entlastungen für das dortige Pflegepersonal vor.

Ansprechpartnerin: Irene Maier Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats Deutscher Pflegerat e.V. (DPR) Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen Alt-Moabit 91, 10559 Berlin Telefon: (0 30) 398 77 303 Telefax: (0 30) 398 77 304 E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR): Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände: Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

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