Pressemitteilung vom 17.10.2018

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GKV-Spitzenverband argumentiert mit falschen Zahlen zum Pflegepersonal in Krankenhäusern

Zu den erneuten Behauptungen maßgeblicher Vertreter des GKV-Spitzenverbandes, es gebe „12 Klinik-Pflegekräfte pro 1.000 Einwohner, im EU-Durchschnitt sind es nur gut acht", stellt Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V., klar:

„Der GKV-Spitzenverband wirft eine irreführende Zahl in die Diskussion um die Personalausstattung in deutschen Krankenhäusern. Über die damit verbundene Absicht kann man nur spekulieren. Es soll anscheinend das gravierende Pflege-Personalproblem bagatellisiert werden. Die tagtäglich bis an ihre Grenzen arbeitenden Pflegekräfte haben mehr Seriosität verdient!

Zunächst einmal vertauscht der GKV-Spitzenverband fahrlässig Köpfe mit Stellen. Seine Berechnungen basieren auf der Anzahl der angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne diese in Vollzeitäquivalente umzurechnen. Eine solche Berechnung würde aus unserer Sicht lediglich ein Verhältnis von 4 Vollzeitkräften im Pflegedienst der Krankenhäuser pro 1.000 Einwohner ergeben. Ausschließlich eine Berechnung auf Vollkräfte ist aussagekräftig und verwertbar. Ein seriöser internationaler Vergleich zur Personalausstattung ist nur im Verhältnis Pflegefachperson (Vollzeit) zu Krankenhausbett möglich.

Die Berechnungsbasis des GKV-Spitzenverbandes ist weiter in Zweifel zu ziehen, da sie wohl alle in Deutschland tätigen Pflegekräfte einbezieht, anstatt nur die im Krankenhaus beschäftigten Pflegefachpersonen.

Der GKV-Spitzenverband täte gut daran, die Diskussion um die unzureichende Personalausstattung in deutschen Krankenhäusern nicht mit fehlerhaften Zahlen zu behindern. In den deutschen Krankenhäusern fehlen nach Schätzung des Deutschen Pflegerats 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege. Hierzu braucht es endlich Lösungen und keine Spiegelgefechte mit irreführenden Zahlen."

Hintergrund:
Die Berechnung von 4 Vollzeitkräften im Pflegedienst der Krankenhäuser pro 1.000 Einwohner stammt von Prof. Dr. Michael Simon (i.R.), Hochschule Hannover, und greift auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes zurück (u. a. Fachserie 12, Reihe 6.1.1: Grunddaten der Krankenhäuser).

Ansprechpartner:
Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304

E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände:

Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

Falls Sie keine Pressemeldungen des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR) mehr beziehen wollen, dann senden Sie uns bitte eine E-Mail an presse@deutscher-pflegerat.de (Betreff Austragung Presseverteiler). Die Datenschutzerklärung des Deutschen Pflegerats finden Sie hier.

 

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