Pressemitteilung vom 21.06.2019

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Digitales Versorgungs-Gesetz löscht die Sünden der Vergangenheit

Deutscher Pflegerat begrüßt die umfassende Einbindung der Pflegefachpersonen und Hebammen

„Der Referentenentwurf eines Gesetzes für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation im Gesundheitswesen führt zu einer besseren Kommunikation der Gesundheitsberufe untereinander", ist der Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), Franz Wagner, mit Blick auf den vorliegenden Referentenentwurf zuversichtlich.

Wagner weiter: „Die gravierenden Lücken und Sünden des E-Health-Gesetzes werden damit geschlossen. Die vom Deutschen Pflegerat nachdrücklich geforderten umfangreichen Zugriffsrechte auf die patienten- und leistungsbezogenen Informationen im Rahmen der digitalen Kommunikation, insbesondere für die Pflegefachpersonen und Hebammen, finden sich nun im Referentenentwurf wieder. Ein solcher Zugriff ist im Hinblick auf eigenverantwortliches Handeln der professionell Pflegenden unverzichtbar und stärkt deren Stellung im Gesundheitswesen.

Der Bundesgesetzgeber hat mit dem Digitalen Versorgungs-Gesetz die enorme Chance für eine höhere Versorgungskontinuität und -qualität erkannt, die in einer besseren und schnelleren Kommunikation zwischen den Berufsgruppen des Gesundheitswesens liegt. Die Schnittstellen zwischen den Versorgungssektoren können dadurch harmonisiert werden. Ein effektiverer und weniger bürokratischer Informationsfluss kann zu einer Verbesserung vor allem der pflegerischen Versorgung führen.

Um nützliche und unterstützende Anwendungen für die Pflege und Hebammen zu entwickeln, ist es entscheidend, die Profession Pflege und das Hebammenwesen einzubeziehen. Diese können eine Brücke schlagen zwischen der professionellen Pflegepraxis und digitalen Informationen und Anwendungen in der Pflege. Hier muss auf dem Weg zum Gesetzentwurf mit Blick auf die professionell Pflegenden nachgebessert werden.

Angesichts der neuen Aufgaben der Gematik müssen die entscheidenden Kompetenzen bereitgestellt werden. Dazu gehören auch die der professionell Pflegenden. Auch hier muss der Gesetzentwurf Anpassungen und Ergänzungen enthalten.

Nachbesserungsbedarf besteht zudem bei den Inhalten der elektronischen Patientenakte. Ergänzt werden müssen diese um Dokumente und Daten der pflegerischen Versorgung. Diese fehlen bislang.

Einbindungsbedarf besteht bei den Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen. Sie benötigen für ihre qualitätsorientierte Arbeit den direkten Zugriff auf den Medikationsplan. Der Referentenentwurf sieht aktuell keine Einbindung dieser in die Telematikinfrastruktur vor.

Nicht nachvollziehbar ist, dass die professionell Pflegenden und das Hebammenwesen als größte Berufsgruppen und als wesentliche Akteure im Gesundheitswesen nicht in der Gesellschaft für Telematik vertreten sein sollen. Hier muss der Gesetzgeber zwingend ergänzen. Aufzunehmen in die Gesellschaft und deren Beirat sind der Deutsche Pflegerat und die Pflegekammerkonferenz."

Ansprechpartner:
Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304

E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 15 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände:

Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

 

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