Pressemitteilung vom 02.12.2019

zurück zu den Pressemitteilungen

Deutscher Pflegerat: Echte Pflegekammern braucht das Land!

Gegen die Aushöhlung der Unabhängigkeit der Pflegekammer Niedersachsen

Die niedersächsische Landesregierung hat den Geburtsfehler der dortigen Pflegekammer geheilt und eine finanzielle Unterstützung beschlossen. Damit wird die bei Gesetzesbeschluss fehlende Anschubfinanzierung teilweise nachgeholt. „Der Deutsche Pflegerat begrüßt den Beschluss der Landesregierung. Die Gründung der Pflegekammer ohne jegliches Startkapital zu beschließen war ein Fehler." sagt DPR-Präsident Franz Wagner.
„Jetzt hat die Pflegekammer Niedersachsen die Chance, sich stärker auf ihre gesetzlichen Aufgaben zu konzentrieren. Soll die Pflegekammer ihren Auftrag im Sinne einer echten Selbstverwaltung erfüllen können, muss sie alle Berufsangehörigen umfassen, es bedarf also einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft für alle Berufsangehörigen. Und die Kammer muss vollständig autonom sein – also auch in finanzieller Hinsicht von Dritten unabhängig sein. Denn nur bei vollständiger Autonomie kann sie ihren Auftrag erfüllen und den Schutz der Bevölkerung gewährleisten. Und nur dann kann sie auch Mitglied der Bundespflegekammer sein.

Neben einem soliden strukturellen Fundament braucht die Pflegekammer aber auch mehr politische Rückendeckung angesichts der teilweise sehr emotionalen Angriffe von Kammergegnern. So ist die vorgezogene Evaluation ein Jahr nach Gründung angesichts der Fülle und Dimension der Aufgaben wenig sinnvoll.

Die berufliche Pflege in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Es wird immer schwieriger, die Versorgung sicherzustellen. Politische Initiativen zur Verbesserung der Situation zeigen (noch) keine Wirkung. Die Erfahrung, dass Politik in Bund und Ländern über viele Jahre die Warnungen und Vorschläge aus der Berufsgruppe ignoriert hat, ist ein starkes Argument zur Gründung einer pflegerischen Selbstverwaltung.

Mit der durch die Anschubfinanzierung erreichbaren Entspannung der überhitzten Debatte besteht jetzt die Chance, dass alle Beteiligten zu mehr Gelassenheit finden und zu sachbezogenen und lösungsorientierten Gesprächen zurückfinden. Den zu Pflegenden wie den Pflegefachpersonen in Niedersachsen ist dies zu wünschen."

Ansprechpartner:
Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304

E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 15 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände:

Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

 

zurück zu den Pressemitteilungen