Pressemitteilung vom 14.01.2020

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Care Klima-Index 2019. Pflegerische Versorgung ist nicht gesichert

Der Deutsche Pflegerat fordert deutlich höhere Investitionen in die pflegerische Versorgung

Zu den heute veröffentlichten Ergebnissen des CARE Klima-Indexes 2019 betont der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner:

„In manchen Bereichen gleicht es einer Bankrotterklärung für unser Gesundheitssystem, dass 39 Prozent der im CARE Klima-Index Befragten und sogar 59 Prozent der Pflegefachpersonen die Qualität der pflegerischen Versorgung in Deutschland als nicht gesichert ansehen.

Wir haben es mit einem systemischen Defizit zu tun. Fakt ist: Deutschland muss deutlich mehr in die pflegerische Versorgung investieren, um die Qualität der Versorgung sicherzustellen.

Der in der Pflege herrschende Mangel ist im Jahr 2019 offen zutage getreten. Die Wartelisten der Pflegeeinrichtungen und die umgesetzten Schließungen ganzer Stationen im Krankenhausbereich sind Bestandteil des gesellschaftlichen Bewusstseins geworden; Verzögerungen und Lücken in der Kontinuität der pflegerischen Versorgung sind nicht akzeptabel.

Trotz aller gesetzlichen Gegenmaßnahmen haben sich auch die Arbeitsbedingungen für die Pflegefachpersonen bislang nicht verbessert. Zentrales Problem ist weiterhin die chronisch hohe Arbeitsbelastung, die durch die Schwierigkeiten bei der Besetzung freier Stellen noch verschärft wird.

Die Pflege sitzt zudem auf einer tickenden demografischen Zeitbombe. Rund 40 Prozent der Pflegefachpersonen gehen in den nächsten 15 Jahren in Rente. 86 Prozent der Pflegefachpersonen sehen den künftigen Bedarf an Pflegefachpersonen als nicht gesichert an.

Zentrale Schaltstelle für eine Verbesserung der pflegerischen Situation ist die Pflegepersonalbemessung. Der Deutsche Pflegerat erwartet in allen Bereichen der pflegerischen Versorgung konsequentes Handeln der Bundesregierung für mehr Personal.

Die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen deutlich verbessert werden, durch mehr Personal, eine zuverlässige Dienstplanung, durch einen Zuschnitt der Aufgaben entsprechend der Kompetenzen, durch Entwicklungschancen im Beruf und durch eine angemessene Vergütung.

Im gesamten pflegerischen Bereich sinnvoller eingesetzt werden muss das vorhandene hohe Potenzial an pflegerischen Kompetenzen der Pflegefachpersonen. Darin liegt ein hohes Potenzial für eine bessere und effizientere Gesundheitsversorgung.

Geschaffen werden muss eine Mitsprache der Pflegefachpersonen auf Augenhöhe. Zu diesem Zweck sind in allen Bundesländern unabhängige Pflegekammern zu errichten und durch die Politik zu stützen."

Ansprechpartner:
Dr. h.c. Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304

E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 15 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Dr. h.c. Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände:

Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

 

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