Pressemitteilung vom 01.04.2015

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Bisheriger Pflege-TÜV ist eine Sackgasse und hat den Belastungstest nicht bestanden

Wagner: „Vorschlag des Pflegebevollmächtigten zeigt den richtigen Weg“

„Der bisherige Pflege-TÜV bietet keine verbraucherrelevanten Informationen. Er ist eine Sackgasse, wenn es um die Beurteilung der Qualität der Pflege und deren Transparenz nach außen geht. Der Pflege-TÜV hat den Belastungstest in der Praxis nicht bestanden und ist daher durch ein neues System zu ersetzen“, unterstützt Franz Wagner, Vize-Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), den heute in Berlin vorgelegten Vorschlag des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Herrn Staatssekretär Karl-Josef Laumann, für ein neues Konzept für den Pflege-TÜV.

„Die Transparenz über die Qualität der Pflege in den Pflegeeinrichtungen muss Hand in Hand mit der Veröffentlichung von relevanten und verständlichen Informationen gehen“, fordert Wagner. „Der Vorschlag des Pflegebevollmächtigten, die Pflegenoten zum 1. Januar 2016 auszusetzen und einen Pflegequalitätsausschuss zu errichten, dessen Aufgabe es ist Richtlinien für ein neues Qualitätsprüfungs- und Veröffentlichungssystem zu erlassen, ist daher der richtige Weg. Wir brauchen einen kompletten Neustart.“

„Richtigerweise setzt der Pflegebevollmächtigte dabei auf die Expertise der Pflegefachpersonen.“ Sie sollen künftig im Pflegequalitätsausschuss gleichberechtigt mit Stimmrecht vertreten sein.

Erarbeitet werden soll das neue Qualitäts- und Veröffentlichungssystem durch ein neu zu gründendes Pflegequalitätsinstitut mit unabhängigen Wissenschaftlern, welches den Pflegequalitätsausschuss unterstützen soll.

„Bei der Neuentwicklung des Pflege-TÜV ist es wesentlich, dass es für die ambulante und stationäre Pflege zu komplett eigenständigen Entwicklungen kommt und beide Bereiche deutlich voneinander abgegrenzt werden“, weist Wagner hin.

Darüber hinaus müssen die zur Prüfung der Qualität verwendeten Kriterien objektiv sein. „Es muss jeglicher unnötiger Bürokratieaufbau vermieden werden. Die Werte Vertrauen und Wertschätzung müssen fester Bestandteil und Leitlinie bei der Neuentwicklung der Systeme sein“, setzt der DPR Vize-Präsident einen Rahmen für die Entwicklung des neuen Konzepts für den Pflege-TÜV.


Ansprechpartner:
Franz Wagner
Vize-Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V.  (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304

E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de


Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsident des Deutschen Pflegerats ist Andreas Westerfellhaus, Vize-Präsident ist Franz Wagner, Vize-Präsidentin ist Andrea Lemke.

Mitgliedsverbände:

Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

 

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