Pressemitteilung vom 04.09.2017

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Deutscher Pflegerat: „Finger weg von der Fachkraftquote in stationären Pflegeeinrichtungen“

Der pflegepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erwin Rüddel, fordert aktuell eine Flexibilisierung der Fachkraftquote in Pflegeeinrichtungen. Damit könnten die Einrichtungsbetreiber den Personaleinsatz besser gestalten. Hierzu erklärte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, heute in Berlin:
 
„Finger weg von der Fachkraftquote in stationären Pflegeeinrichtungen. Im Mittelpunkt darf nicht die Flexibilisierung des Personaleinsatzes für die Einrichtungsbetreiber stehen. Das ist der falsche Ansatz. Im Mittelpunkt muss die Patientensicherheit stehen.
 
Dies kann nur bedeuten, dass die seit Mitte der Neunzigerjahre unverändert geltende Fachkraftquote nach oben angepasst werden muss. An der bisherigen Grundlage für die 50-prozentige Fachkraftquote kann nicht mehr festgehalten werden. Sowohl die Anzahl der in den Einrichtungen insgesamt der Hilfe bedürfenden Pflegebedürftigen als auch der zu leistende, qualifizierte Pflegebedarf sind stark angestiegen. Ursache hierfür sind Hochaltrigkeit, Multimorbidität und mehr Pflegeleistungen durch die Pflegestärkungsgesetze und den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff.
 
Der Deutsche Pflegerat fordert daher die Ermittlung und Einführung einer an dem gestiegenen Pflegebedarf ausgerichteten Fachkraftquote. Dies muss mit Bestandteil des vom Bundesgesetzgeber bis zum Jahr 2020 geforderten Personalbemessungssystems sein. Gleichzeitig muss damit klar und deutlich festgelegt werden, mit welchem Personal und mit welcher Qualität die vom Gesetzgeber geforderten Leistungen erbracht werden sollen.“
 
Ansprechpartner:
Andreas Westerfellhaus
Präsident des Deutschen Pflegerats
 
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
 
Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304
 
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de
 
Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
 
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
 
Präsident des Deutschen Pflegerats ist Andreas Westerfellhaus, Vize-Präsident ist Franz Wagner, Vize-Präsidentin ist Andrea Lemke.
 
Mitgliedsverbände:
 
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

 

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