Pressemitteilung vom 09.09.2013

zurück zur Übersicht

Pflegende verlangen Reformen sofort nach der Wahl

Angehörige der Pflegeberufe haben am vergangenen Samstag in Berlin für die Zukunft ihrer Profession und für eine Pflegereform direkt nach der Bundestagswahl demonstriert. Dazu bildeten viele Pflegende in Berufskleidung auf der Wiese vor dem Berliner Reichstag den Schriftzug „Ich will Pflege!“, der das Motto der gleichlautenden Kampagne des Deutschen Pflegerates e.V, (DPR) ist. „Wir wollen endlich verbindliche Zusagen für ernst zu nehmende Reformen, um die untragbare Situation der Pflegenden in Deutschland zu verbessern“, sagte Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR, in einer kämpferischen Rede. „Wir Pflegenden sind am Limit und wir sind nicht länger bereit, uns mit leeren Versprechungen und Symbolpolitik hinhalten zu lassen!“ 

 

Die Pflegenden beklagen, dass die amtierende Regierung  in den vergangenen vier Jahren trotz zahlreicher Ankündigungen keine sichtbaren Reformen für die Pflege in Deutschland auf den Weg gebracht und keine wirksamen Maßnahmen gegen den Pflegenotstand ergriffen hat. Sie fordern eine bessere Ausbildung, bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung. „Immer mehr betreuungs- und pflegebedürftige Personen und immer weniger Personal, um diese Menschen zu versorgen, das ist die aktuelle Situation in Kliniken und Pflegeeinrichtungen“, beschreibt Franz Wagner, Vize-Präsident des DPR, die Situation. „Viele Berufsangehörige sind mit ihren Kräften am Limit, arbeiten gegen die eigene Gesundheit oder verlassen den Beruf.“ 

 

Unter dem Motto „Bundestagswahl ist Pflegewahl“ fordert die Kampagne „Ich will Pflege!“ jetzt bundesweit dazu auf, nur Abgeordnete zu wählen, die die Anliegen der Pflege ernst nehmen. Dazu hat der DPR die Positionen der Parteien zur Pflege auf der Kampagnenwebsite veröffentlicht. „Wir werden die Parteien direkt zu Beginn der neuen Legislaturperiode zu konkreten politischen Entscheidungen drängen“, sagt Westerfellhaus. „Dabei muss es das Ziel sein, attraktive Rahmenbedingungen für die Berufsausübung zu schaffen, die den Beruf für uns Pflegende langfristig ertragbar und für junge Nachwuchskräfte wieder attraktiver macht. Nur so können wir dem bestehenden Pflegenotstand begegnen und eine noch schlimmere Situation in Zukunft verhindern.“

zurück zur Übersicht