Pressemitteilung vom 26.04.2018

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Presse DPR: Bundesregierung muss umgehend die Initiative ergreifen. Pflegepersonallücke liegt bei weit über 100.000 Stellen

Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen offenbart Pflegepersonalnotstand

Die Bundesregierung hat auf die Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Thema „Unbesetzte Stellen in der Alten- und Krankenpflege“ geantwortet.

Hierzu Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR):

„Die Bundesregierung muss umgehend die Initiative für bessere Rahmenbedingungen für die professionell Pflegenden ergreifen. Die Ausbildungsreform muss schnellstens und gut auf den Weg gebracht werden. Wir brauchen Investitionen in die Ausbildung. Ansonsten ist die Versorgungssicherheit in der Pflege bald flächendeckend nicht mehr gewährleistet. Die Pflege duldet keine zeitlichen Verzögerungen und keine langen Diskussionen mehr.

Die in der Antwort genannten rund 35.000 offenen Stellen in der Pflege stammen von der Bundesagentur für Arbeit. Sie zeigen nur den kleinsten Teil des Problems, da viele Einrichtungen keine freien Stellen mehr melden. Denn die Einrichtungen wissen, dass die Agentur ihnen angesichts eines leergefegten Arbeitsmarktes nicht helfen kann. Tatsächlich benötigt werden 100.000 Stellen mehr. Denn bereits jetzt findet die Pflege mit einer viel zu niedrigen Personalbesetzung statt.

Dramatisch sind bereits heute die Zustände für die Versorgungsqualität in der Pflege. Es gibt deutschlandweit Bettensperrungen und Stationsschließungen in den Krankenhäusern. Es gibt Wartelisten und Aufnahmestopps in den Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten. Das sind keine Einzelfälle mehr und das ist nur die quantitative Seite des Problems.
 
Der Deutsche Pflegerat warnt bereits lange vor einem Pflegepersonalnotstand. Doch anstatt zu handeln, haben viele Verantwortliche nicht, zu spät oder falsch reagiert.

Neben der Politik liegt die Verantwortung für das Pflegepersonal auch bei den Trägern der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie den Kranken- und Pflegekassen und Sozialhilfeträgern. Diese müssen quantitativ und qualitativ gleichfalls dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen in der Pflege so gestaltet sind, dass man gerne im Pflegeberuf arbeitet und weiterhin im Beruf verbleibt. So aufgestellte Arbeitgeber werden dann auch neue Bewerber/-innen finden oder Teilzeitbeschäftigte motivieren können, ihre Arbeitszeit zu erhöhen.“
 
Ansprechpartner:
Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats
 
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
 
Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304
 
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de
 
Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
 
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
 
Präsident des Deutschen Pflegerats ist Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.
 
Mitgliedsverbände:
 
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP); Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).

 

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