04.07.2026 Arbeitsbedingungen Selbstverwaltung Berufsautonomie Bildung Handlungsfelder Position Pressemitteilung
Countdown. Deutscher Pflegerat veröffentlicht Eckpfeiler für ein zukunftsorientiertes Gesundheitssystem
Countdown angehalten. Zeit zum Nachdenken.
#PflegeImFreienFall #DeutschlandWelchePflegeWillstDu?
Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) hält seinen Countdown #PflegeImFreienFall #DeutschlandWelchePflegeWillstDu? für einen Tag an und veröffentlicht die „Eckpfeiler eines zukunftsorientierten Gesundheitssystems“.
Die Eckpfeiler sollen helfen, die jetzt anstehenden politischen Entscheidungen an einer klaren Frage zu messen: Stärken sie eine verlässliche Versorgung, die sich am Menschen orientiert?
Sie beschreiben eine Vision für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem und sollen zugleich helfen, die heutigen Realitäten realistisch einzuordnen und zu bewerten.
Das Anhalten des Countdown ist bewusst gewählt. Nicht jede Reform sollte einfach durchgesetzt werden. Manchmal ist es besser, innezuhalten und politische Vorhaben neu zu durchdenken.
Genau dazu fordert der DPR die Bundesregierung und die Abgeordneten des Deutschen Bundestags auf. Die aktuellen Gesetzesvorhaben dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und das kommende Pflegeneuordnungsgesetz sind wichtige Versorgungsgesetze. Sie brauchen gründliche Beratung und eine gemeinsame Bewertung ihrer Folgen. Sie treffen dieselben Menschen, dieselben Einrichtungen, dieselben Regionen und dieselbe knappe Personalbasis.
Wer Versorgung neu ordnen will, muss zuerst fragen, was Menschen brauchen – und wie Finanzierung, Personalentwicklung und Versorgungsstrukturen gesichert und gemeinsam weiterentwickelt werden können.
Versorgung vom Menschen her denken
Ein gutes Gesundheitssystem beginnt beim Menschen. Es muss früher helfen – nicht erst, wenn die Krise da ist. Risiken müssen rechtzeitig erkannt, Selbstständigkeit gestärkt, Prävention und Gesunderhaltung gefördert sowie An- und Zugehörige entlastet werden.
Dafür braucht Deutschland eine klare Versorgungslogik. Versorgung muss wohnortnah, vernetzt, digital unterstützt und vorausschauend organisiert werden. Sie muss Prävention, Behandlung, Therapie, Pflege, Rehabilitation, soziale Unterstützung und Teilhabe verbinden.
Politik muss jede ihrer Entscheidungen daran messen, was sie für die Menschen, Einrichtungen und Regionen bedeutet. Stärkt sie Versorgung oder verschiebt sie Belastungen? Wird die Versorgung dadurch besser, sicherer und verlässlicher? Wer Versorgung neu ordnet, muss den Menschen zuhören und ihre Erfahrungen ernst nehmen – denn auf gute Versorgung sind wir alle angewiesen.
Entscheidend ist: Versorgung folgt dem Bedarf der Menschen – nicht den Grenzen von Finanzen, Sektoren, Kostenträgern oder Zuständigkeiten.
Kompetenzen der Pflege und Hebammen nutzen
Beruflich Pflegende und Hebammen sind unverzichtbar für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem. Sie sind nah an den Lebenswelten der Menschen – von der Geburt bis zum Lebensende. Sie pflegen, beraten, diagnostizieren, koordinieren, begleiten, sichern Qualität und übernehmen Verantwortung.
Diese Kompetenzen müssen vollständig genutzt werden. Ohne künstliche Grenzen. Ohne Barrieren auf dem Papier und in den Köpfen. Ohne alte Denkmuster, die Veränderungen blockieren.
Ein Gesundheitssystem der Zukunft braucht Pflege, Medizin, Hebammen, Therapie, Assistenz, Sozialarbeit und weitere Gesundheitsfachberufe auf Augenhöhe – mit klarer Verantwortung, gegenseitigem Respekt und gemeinsamem Auftrag.
Der Deutsche Pflegerat erneuert seine Forderungen:
- Reformen nicht isoliert, sondern in ihren gemeinsamen Auswirkungen auf Versorgung, Personal und Regionen zu bewerten,
- die Eckpfeiler als Maßstab für die anstehenden Beratungen und Entscheidungen zu nutzen,
- Versorgung konsequent vom Bedarf der Menschen her zu denken,
- Prävention, Gesundheitskompetenz, Pflege, Rehabilitation und soziale Unterstützung stärker zu verbinden,
- die Kompetenzen der Profession Pflege und der Hebammen verbindlich zu nutzen,
- Pflege und Hebammen in die Gestaltung des Gesundheitssystems einzubeziehen,
- Bildung, Digitalisierung, Gesundheitskompetenz, Prävention, bedarfsgerechte Pflege und Geburtshilfe auch im Bundeshaushalt als Zukunftsinvestitionen zu behandeln,
- politische Entscheidungen daran zu messen, ob sie Versorgung stärken oder Belastungen verschieben.
Der DPR stoppt den Countdown für einen Tag, um nachzudenken. Diese Pause ist zugleich ein Appell an die Bundesregierung und die Politik: Nicht einfach durchsetzen. Neu ordnen. Versorgung vom Menschen her denken.
Anlage: „Eckpfeiler eines zukunftsorientierten Gesundheitssystems – Impulse des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR)“
Weitere Information:
Countdown des Deutschen Pflegerats zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und insgesamt zur Reformpolitik – #PflegeImFreienFall #DeutschlandWelchePflegeWillstDu?
www.deutscher-pflegerat.de
Bisher erschienen:
Tag 10. „Pflegebedarf wird weggerechnet“
Tag 9. „Angehörige pflegen. Die Bundesregierung kürzt ihre Rente.“
Tag 8. „Der Personalmangel wird zum Maßstab.“
Tag 7. „Pflegepersonal fehlt. Die Bundesregierung bremst dessen Bezahlung.“
Tag 6. „Prävention versprechen. Pflegekompetenz ausbremsen.“
Download Poster Tag Eckpfeiler
Ansprechpartner:innen
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
