08.11.2026 Arbeitsbedingungen Bildung Pressemitteilung
Gute Pflege braucht professionelle Lehrende
Deutscher Pflegerat legt Positionspapier vor und fordert bundesweit einheitliche Standards für Lehrende in der Pflege
Wer gute Pflegefachpersonen ausbilden will, braucht gut qualifizierte Lehrende. Doch sie arbeiten unter schlechteren Bedingungen als Lehrpersonen an staatlichen Berufsschulen. Einheitliche Studienstandards, eine geregelte Berufsvorbereitung und verlässliche Fort- und Weiterbildungsangebote fehlen. Das führt zu Überlastung, Nachwuchsproblemen und Risiken für die Ausbildungsqualität. Der Deutsche Pflegerat (DPR) fordert eine grundlegende Reform und hat hierzu ein Positionspapier vorgelegt. Die Fachkommission Pflegebildung und Pflegewissenschaft des DPR hat das Positionspapier erstellt.
„Lehrende in der Pflege tragen große Verantwortung. Doch ihre Qualifizierung und ihre Arbeitsbedingungen weisen erhebliche Mängel auf. Das gefährdet die Qualität der Pflegeausbildung und langfristig auch die Versorgung der Menschen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats.
Der DPR fordert Reformen in allen drei Phasen der Lehrendenausbildung:
- Studium: Ein Masterabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss muss Voraussetzung sein, hauptamtlich zu lehren. Die Studiengänge müssen dem 3-Säulen-Modell der Kultusministerkonferenz mit Fachwissenschaften, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften folgen. Dafür braucht es genügend gut ausgestattete, gebührenfreie Studienplätze.
- Praktische Qualifizierung und Berufsvorbereitung: Nach dem Studium muss eine mindestens zwölfmonatige Qualifizierungsphase in Vollzeit folgen. Sie umfasst verbindliche Seminartage pro Monat und endet mit einer Prüfung. Die Länder müssen dafür geeignete Bildungseinrichtungen schaffen und finanzieren.
- Berufliche Fort- und Weiterbildung: Hauptamtlich Lehrende müssen jährlich mindestens 24 Fortbildungsstunden nachweisen. Die Länder müssen dafür dauerhaft finanzierte Angebote schaffen. Fortbildungen müssen fachliche und pädagogische Kompetenzen aktualisieren und den Umgang mit digitalen Technologien, insbesondere KI, berücksichtigen.
Bislang unterscheiden sich Studiengänge und Anerkennungsregeln der Bundesländer erheblich. An den meisten Schulen des Gesundheitswesens gibt es keinen geregelten Vorbereitungsdienst. Lehrende an Schulen des Gesundheitswesens sind von staatlichen Fortbildungsangeboten weitgehend ausgeschlossen.
„Bund und Länder müssen jetzt handeln. Wir brauchen klare Standards für das Studium, eine geregelte Berufsvorbereitung und eine gesicherte Fort- und Weiterbildung. Nur so stärken wir die Pflegeausbildung“, betont Vogler.
Entscheidend ist, dass die Qualität der Lehrendenbildung nicht vom jeweiligen Bundesland abhängt. Professionelle Lehrende und verlässliche Rahmenbedingungen sind Voraussetzungen für eine sichere und zukunftsfähige Pflegeversorgung.
Ansprechpartner:innen
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
