05.07.2026 Arbeitsbedingungen Handlungsfelder Pressemitteilung
Noch 5 Tage. Ein Sektor spart. Der nächste bricht ein.
Countdown: #PflegeImFreienFall #DeutschlandWelchePflegeWillstDu?
Deutscher Pflegerat warnt: Reformen dürfen Versorgung nicht von einem Bereich in den nächsten verschieben.
Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) warnt davor, Krankenhausversorgung, ambulante Pflege, Langzeitpflege und häusliche Versorgung getrennt zu reformieren und zu finanzieren.
Versorgung endet nicht an Sektorengrenzen. Wenn ein Bereich spart, trägt oft der nächste die Folgen. Werden Krankenhausaufenthalte verkürzt, müssen ambulante Dienste, Langzeitpflege und An- und Zugehörige die Versorgung übernehmen können.
Das ist heute häufig nicht gesichert. Ambulante Dienste können vielfach keine neuen hilfebedürftigen Menschen aufnehmen. Pflegeheime haben keine freien Plätze oder nicht genug Personal. An- und Zugehörige bleiben allein. Pflegebedürftige werden erneut ins Krankenhaus eingewiesen oder müssen früher in ein Pflegeheim ziehen.
Versorgung ist eine Kette
Krankenhäuser, ambulante Pflege, Langzeitpflege, häusliche Krankenpflege, außerklinische Intensivpflege, Rehabilitation sowie An- und Zugehörigenpflege hängen zusammen. Wer an einer Stelle kürzt, verändert die Versorgung an anderer Stelle.
Berufliche Pflege stabilisiert diese Übergänge. Sie erkennt Risiken, sichert Kontinuität, koordiniert Entlassung und Überleitung und verhindert Versorgungsbrüche. Genau deshalb darf die Profession Pflege nicht nur als Kostenfaktor behandelt werden. Sie ist maßgeblicher Teil der Lösung.
Politische Entscheidungen dürfen sich nicht allein an kurzfristigen Einsparzielen oder an der Beitragssatzstabilität orientieren. Finanzstabilisierung darf nicht gegen Versorgungssicherung ausgespielt werden. Maßstab muss der tatsächliche Versorgungsbedarf sein.
Einsparungen in einem Bereich dürfen nicht dazu führen, dass Aufgaben, Belastungen und Kosten nur weitergereicht werden: vom Krankenhaus in die ambulante Pflege, von dort in die Langzeitpflege oder zurück zu den An- und Zugehörigen. Sonst entsteht ein gesundheitspolitischer Verschiebebahnhof.
Der Deutsche Pflegerat erneuert seine Forderungen:
- Versorgung sektorenübergreifend als zusammenhängende Kette zu planen und zu steuern,
- Reformen nicht isoliert auf einzelne Versorgungsbereiche auszurichten,
- Finanzstabilisierung mit Versorgungssicherung und Versorgungslogik zu verbinden,
- die Auswirkungen jeder Reform auf angrenzende Versorgungsbereiche transparent zu machen,
- politische Entscheidungen am tatsächlichen Versorgungsbedarf auszurichten,
- Personalbedarf, Platzkapazitäten, Versorgungsqualität und Patientensicherheit verbindlich mitzudenken,
- eine verbindliche Versorgungsfolgenabschätzung für alle gesundheits- und pflegepolitischen Gesetzesvorhaben,
- keine Verschiebung von Aufgaben, Belastungen und Kosten auf andere Sektoren oder An- und Zugehörige.
Die Politik muss jede Reform daran messen, was sie für die gesamte Versorgungskette bedeutet. Wer Versorgung nur abschnittsweise betrachtet, riskiert neue Lücken, Komplikationen und zusätzliche Belastungen für pflegebedürftige Menschen, Patient:innen sowie ihre An- und Zugehörigen.
Anlage: Countdown-Grafik Tag 5: „Ein Sektor spart. Der nächste bricht ein.“
Weitere Information:
Countdown des Deutschen Pflegerats zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und insgesamt zur Reformpolitik – #PflegeImFreienFall #DeutschlandWelchePflegeWillstDu?
www.deutscher-pflegerat.de
Bisher erschienen:
Tag 10. „Pflegebedarf wird weggerechnet“
Tag 9. „Angehörige pflegen. Die Bundesregierung kürzt ihre Rente.“
Tag 8. „Der Personalmangel wird zum Maßstab.“
Tag 7. „Pflegepersonal fehlt. Die Bundesregierung bremst dessen Bezahlung.“
Tag 6. „Prävention versprechen. Pflegekompetenz ausbremsen.“
Countdown angehalten. „Zeit zum Nachdenken.“ Deutscher Pflegerat veröffentlicht Eckpfeiler für ein zukunftsorientiertes Gesundheitssystem
Ansprechpartner:innen
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de
