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25.09.2026 Arbeitsbedingungen Berufsautonomie Handlungsfelder Pressemitteilung

PNOG: Versorgung sichern statt Kürzungslogik

Deutscher Pflegerat fordert klare Neuordnung nach Versorgungsbedarf

Vor dem Kabinettsbeschluss zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) am Mittwoch, den 30.09.2026, fordert der Deutsche Pflegerat (DPR) als maßgebliche Organisation der Pflegeberufe auf Bundesebene einen Kurswechsel: Nicht die Kassenlage, sondern der Versorgungsbedarf der Menschen muss die Reform bestimmen. Jede Sparmaßnahme muss auf ihre Folgen für die gesamte Versorgung geprüft werden.

„Der Referentenentwurf zum PNOG enthält richtige Ansätze bei Prävention, Rehabilitation und Pflegebegleitung. Jetzt muss daraus eine Reform werden, die die Versorgung tatsächlich besser organisiert“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Ein gutes PNOG organisiert die Versorgung besser: bedarfsgerecht, zielgerichtet und zukunftsorientiert. Ein schlechtes PNOG organisiert nur den Mangel neu.“

Für den DPR gehören Finanzierungs- und Strukturreform zusammen. Wer nur darauf achtet, wie kurzfristig Ausgaben der Pflegeversicherung sinken können, greift zu kurz. Wie wir die Versorgung gestalten, beeinflusst die entstehenden Kosten. Deshalb fordert der DPR eine Versorgungsfolgenabschätzung: Was spart eine Maßnahme und welche Folgen hat sie für die Menschen und für die Kosten an anderer Stelle?

„Bessere Strukturen sind unsere Chance, Versorgung zu sichern und die Kosten langfristig in den Griff zu bekommen. Wenn wir früher unterstützen, Selbstständigkeit erhalten, Rehabilitation konsequent nutzen, Versorgung koordinieren und Krisen verhindern, wirkt das weit über die Pflegeversicherung hinaus. Nicht weniger versorgen, sondern früher und besser – darauf kommt es an.“

Dafür braucht es eine Kompetenzwende. Die geplante Pflegebegleitung zeigt, was damit gemeint ist: Pflegefachpersonen können Bedarfe früh erkennen, beraten, Prävention und Rehabilitation anstoßen und komplexe Versorgung koordinieren. Pflegebegleitung und Fallmanagement müssen als pflegefachliche Leistungen verankert werden. Pflegefachpersonen müssen sie eigenverantwortlich erbringen und direkt abrechnen können.

„Die Profession Pflege muss als eigenständiger Teil der Lösung für Versorgung und Finanzstabilität anerkannt werden. Vorhandene Fachkompetenz nicht zu nutzen, ist Verschwendung. Wer die Versorgung sichern will, muss die Profession Pflege stärken und ihre Kompetenzen konsequent nutzen.“

Eine Reform, die Versorgung nachhaltig verbessern will, darf zugleich nicht die Bedingungen schwächen, unter denen bedarfsgerechte Pflege möglich ist. Notwendige Leistungen dürfen nicht aus finanziellen Gründen eingeschränkt werden. Tariftreue und eine verlässliche Refinanzierung aller Pflegepersonalkosten müssen gesichert bleiben. Eine wissenschaftlich fundierte Personalbemessung darf sich nicht nach Personalmangel oder Finanzierungsgrenzen richten. Pflegebedarf wird nicht geringer, nur weil Personal oder Geld fehlen.

Auch die Pflegeversicherung darf nicht weiter für Aufgaben zahlen, die gesamtgesellschaftlich getragen oder anderen Sicherungssystemen zugeordnet werden müssen. Kosten verschwinden nicht, wenn man sie nur verschiebt. Entscheidend ist, die Versorgung für Menschen aller Altersgruppen mit ihren An- und Zugehörigen in allen Pflegesettings insgesamt tragfähig zu organisieren.

Vogler abschließend:

„Wir brauchen keine Reform, die bedarfsgerechte Pflege kürzt und klein rechnet. Wir brauchen eine Reform, die sich konsequent daran messen lässt, ob sie die Versorgung von Menschen aller Altersgruppen in allen Pflegesettings nachhaltig sichert und verbessert.

Versorgungsbedarf vor Kürzungslogik. Kompetenz vor Berufsgrenzen. Die Profession Pflege als Teil der Lösung. Daran werden wir das PNOG messen.“

Weitere Informationen:
Kampagne des Deutschen Pflegerats
25 Verbände und Organisationen. Eine Stimme. Ein Ziel: eine sichere Versorgung
#DeutschlandWelchePflegeWillstDu

Vorankündigung:
Einladung DEMO
PFLEGE KÜRZEN? • DAS TRIFFT DICH! • DAS TRIFFT UNS ALLE! • NICHT MIT UNS!
11.11.2026 • 14:00 Uhr • Bundeskanzleramt

Ansprechpartner:innen

Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de

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