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Impfpflicht muss gesamtgesellschaftlich beantwortet werden

By 11. November 2021 No Comments

Deutscher Pflegerat unterstützt Empfehlung des Deutschen Ethikrates und fordert eindeutige Kriterien

„Oberstes Ziel der Bekämpfung der Corona-Pandemie ist es, die uns Anvertrauten zu schützen. Hierin liegt eine besondere Verantwortung der gesamten Gesellschaft“, betont Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR).

„Der Deutsche Pflegerat unterstützt die Empfehlung des Deutschen Ethikrates zur Prüfung einer Impfpflicht gegen Covid-19 für Mitarbeitende in Bereichen, in denen besonders vulnerable Menschen versorgt werden. Es ist richtig, dass der Deutsche Ethikrat damit auf die gesamtgesellschaftliche Beantwortung der Frage einer Impfpflicht eingeht. Die isolierte, verkürzte Debatte um die Impfpflicht einer einzelnen Gruppe, die der Pflegenden, ist somit vom Tisch.

Allerdings darf die Aufzählung der vom Ethikrat genannten Berufsgruppen längst nicht abschließend sein. Es muss geklärt werden, nach welchen eindeutigen Kriterien eine mögliche Auswahl von Berufsgruppen bzw. der in diesen Bereichen Beschäftigten erfolgt. Die Kriterien müssen nachvollziehbar und juristisch sauber definiert sein.

Zum Schutz der uns anvertrauten, besonders vom Virus gefährdeten Menschen, wird zudem eine klare, einheitliche Gesetzgebung benötigt. Der Gesetzgeber ist in der Pflicht, hier mit den geforderten eindeutigen Regelungen klare Verhältnisse zu schaffen. Die dabei diskutierten Sorgen um negative Konsequenzen einer solchen Maßnahme müssen dabei mit einbezogen werden.

Es muss deutlich werden, dass bei der Bekämpfung der Pandemie zwischen der individuellen Freiheit des Einzelnen und dem Schutz der Gesamtbevölkerung abzuwägen ist. Festzuhalten ist, dass es bei der Diskussion um eine Impfpflicht nicht einzig um die Profession Pflege, sondern vielmehr um das Gesamtinteresse der Bevölkerung geht.“

Ansprechpartnerin:
Christine Vogler
Präsidentin des Deutschen Pflegerats