AOK-Gemeinschaft vergisst die Profession Pflege

Deutscher Pflegerat fordert Erweiterung zu einem 4+1-Modell

In einem aktuellen Interview mit dem Fachmagazin G+G sieht Professor Ferdinand M. Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrates für Gesundheit, das von der AOK-Gemeinschaft vorgeschlagene 3+1-Modell zur Planung der ambulanten und stationären Versorgung als eine „Chance, die wir nutzen sollten“. Zum Vorschlag der AOK-Gemeinschaft kommentiert Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR):

„Der Deutsche Pflegerat erkennt die Notwendigkeit der sektorenübergreifenden Versorgung. Die Sicherstellung der Versorgung kann jedoch nur unter Einbezug der Profession Pflege gelingen. Zwingend notwendig ist daher ein 4+1-Modell. Das sichert das notwendige Know-how derjenigen, die wesentlich die Versorgung gewährleisten.

Jegliche heutige und künftige Ausgrenzung der Profession Pflege – als größte Berufsgruppe im Pflege- und Gesundheitswesen – bei den Entscheidungen, die sie betreffen, lehnt der Deutsche Pflegerat kategorisch ab. Was richtig und möglich für die Profession ist, das kann nur sie selbst entscheiden.

Eingeführt sehen will die AOK-Gemeinschaft ein neues Gremium, welches über wesentliche Strukturen der gesundheitlichen und pflegerischen Strukturen bestimmen soll. Dies kann nur mit der Profession Pflege und nicht ohne sie umgesetzt werden. Der Deutsche Pflegerat fordert daher die AOK-Gemeinschaft dazu auf, das Modell um die Profession Pflege auf 4+1 zu erweitern. Das ist ein erster Schritt zur unumgänglichen Wertschätzung für die Pflege.“

Hintergrund:
Die AOK-Gemeinschaft hat ein 3+1-Modell vorgeschlagen. Auf Landesebene sollen Krankenhäuser, Kassenärzte und Krankenkassen unter Beteiligung der jeweiligen Landesregierung die ambulante und stationäre Versorgung übergreifend planen.

Ansprechpartnerin:
Christine Vogler
Präsidentin des Deutschen Pflegerats

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