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17.04.2026 Bildung BAPID Pressemitteilung

BAPID II: Rollenprofile und Berufsbilder in der Pflege neu definiert

Zweite, überarbeitete Auflage veröffentlicht

Die zweite, überarbeitete Auflage von BAPID II (Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland) „Rollenprofile und Berufsbilder“ ist erschienen. Sie basiert auf der Überarbeitung der Kompetenzprofile im Projekt BAPID III. Dabei wurde die bisherige Unterscheidung zwischen „komplexen“ und „hochkomplexen“ Pflegesituationen verworfen. Künftig orientiert sich die Differenzierung strikt an der professionellen Verantwortung.

„Pflege braucht klare, praxistaugliche Rollenprofile“, betont Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Die zweite Auflage von BAPID II beschreibt präziser, welche Verantwortung Pflegefachpersonen und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen übernehmen. Das schafft fachliche Klarheit, stärkt die Praxisnähe und fördert die Professionalisierung der Pflege.“

Analysen und praxisnahe Abstimmungen zeigten, dass die Begriffe „komplex“ und „hochkomplex“ fachlich unscharf, kontextabhängig und in der Praxis schwer anwendbar sind. Zudem betreuen Pflegefachpersonen (BAPID Typ III) und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen (BAPID Typ IV) oft dieselben zu pflegenden Personen. Eine Differenzierung nach Komplexitätsgraden spiegelt die Versorgungsrealität daher nicht angemessen wider.

„Die bisherige Differenzierung über Komplexitätsgrade hat sich weder fachlich noch praktisch bewährt“, erklärt Katharina Genz, Pflegewissenschaftlerin im Projekt BAPID an der CAU Kiel. „Die überarbeiteten Rollenprofile orientieren sich nun konsequent an der professionellen Verantwortung. Die Abgrenzung zwischen den Qualifikationsniveaus erfolgt nicht mehr über die Eigenschaften der zu pflegenden Personen, sondern über die Art und Tiefe des pflegerischen Handelns.“

Zudem zeigte sich, dass die Begriffe „komplex“ und „hochkomplex“ eine implizite Hierarchie innerhalb der Pflege fördern. Sie verknüpfen unterschiedliche Qualifikationsniveaus mit vermeintlich „einfachen“ oder „höherwertigen“ Pflegesituationen. Das widerspricht einem professionsbezogenen Verständnis von Pflege und erschwert die Teamarbeit sowie die Akzeptanz akademischer Pflege.

Pflegefachpersonen tragen die Verantwortung für die fachgerechte Versorgung und deren Sicherstellung. Akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen übernehmen darüber hinaus die wissenschaftliche Fundierung, Reflexion und Weiterentwicklung der pflegerischen Praxis.

Die 2., überarbeitete Auflage von BAPID II überträgt die in BAPID III entwickelten und praxisvalidierten Kompetenzlogiken in überarbeitete Rollenprofile und Berufsbilder. Sie schafft mehr fachliche Klarheit, stärkt die Praxisnähe und unterstützt die Professionalisierung sowie die differenzierte Rollenentwicklung in der Pflege.

Hintergrund:

Das Projekt BAPID (Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland) wurde im Auftrag des Deutschen Pflegerats von der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang von Gahlen-Hoops durchgeführt. Bislang veröffentlicht ist die Bildungsmatrix aus BAPID I, die jetzt in zweiter, überarbeiteter Auflage aktualisierten Rollenprofile und Berufsbilder aus BAPID II sowie die Kompetenzprofile aus BAPID III.

Das Projekt wurde ermöglicht durch die Förderung des Deutschen Pflegerats seitens des Bundesministeriums für Gesundheit, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Download BAPID II (2., überarbeitete Auflage)

Download Publikation BAPID II (2., überarbeitete Auflage)

Ansprechpartner:innen

Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de

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