Diesen Artikel teilen:

04.04.2026 Arbeitsbedingungen Berufsautonomie Pressemitteilung

Positonspapier Primärversorgung: Ohne Pflegekompetenz keine zukunftsfeste Versorgung

DPR legt Positionspapier zur Primärversorgung vor

Wer Primärversorgung reformieren will, muss die Profession Pflege konsequent einbinden. Der Deutsche Pflegerat hat dazu das Positionspapier „Primärversorgung zukunftsfest gestalten – Pflegekompetenz konsequent einbinden“ vorgelegt. Die Botschaft ist klar: Ohne Pflegekompetenz gibt es keine zielgerichtete, bedarfsgerechte und nachhaltige Versorgung.

Primärversorgung ist der Teil des Gesundheitswesens, den Menschen unmittelbar erleben: wohnortnah, niedrigschwellig, kontinuierlich und alltagsbezogen. Die Profession Pflege hat hier eine wichtige Schlüsselrolle. In der Primärversorgung geht es um Fachwissen, Kontinuität, Koordination und verlässliche Begleitung auch komplexer Versorgungslagen. Der demografische Wandel, zunehmende Multimorbidität, wachsende Koordinierungsbedarfe und der Fachpersonalmangel im Gesundheitswesen erhöhen diesen Anspruch. Reformen, die pflegerische Kompetenz nicht begreifen bzw. nur am Rand behandeln, greifen zu kurz.

„Zukunftsfeste Primärversorgung entsteht dort, wo Pflege als eigenständige Profession konsequent mitgedacht und eingebunden wird. Pflege gestaltet Versorgung, übernimmt Verantwortung und bringt ihre wissenschaftlich fundierten und rechtlich verankerten Kompetenzen wirksam in das Gesundheitswesen ein. Wer Primärversorgung stärken will, muss diese Kompetenzen selbstständig, verbindlich und auf Augenhöhe nutzen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats.

Im Zentrum des DPR-Positionspapiers steht, was nötig ist: eine klare Unterscheidung zwischen eigenverantwortlicher professioneller Pflege und delegationsgebundener Assistenz, der konsequente Ausbau von Handlungsfeldern für Advanced Practice Nurses (APN), Community Health Nurses (CHN) und School Health Nurses (SHN) in der Primärversorgung, mehr pflegewissenschaftliche Evidenz in gesundheitspolitischen Entscheidungen, eine rechtssichere Verankerung erweiterter pflegerischer Kompetenzen in der direkten Versorgung sowie eine interprofessionelle Primärversorgung, die die Eigenständigkeit der Professionen achtet.

Der DPR sieht darin die Voraussetzung für eine zielgerichtete, bedarfsorientierte und nachhaltige Reform. Es reicht nicht, Pflege in Reformpapieren zu erwähnen. Eine tragfähige Primärversorgung braucht klare Zuständigkeiten, rechtssichere Verantwortungsstrukturen und eine starke professionelle Pflege in eigenen Handlungsfeldern. Bleiben diese Potenziale ungenutzt, schwächt das die Versorgung von Menschen aller Altersgruppen sowie ihre An- und Zugehörigen und verursacht Folgekosten für das Gesundheitssystem.

„Die aktuelle Diskussion benennt das Problem, bleibt bei den Lösungen aber an entscheidenden Stellen zu ungenau. Jetzt kommt es darauf an, die Kompetenzen der professionellen Pflege nicht nur mitzudenken, sondern konsequent auszubauen und rechtssicher zu verankern. Nur so kann Primärversorgung verlässlich, wirksam und nachhaltig weiterentwickelt werden“, so Vogler.

Mit dem Positionspapier setzt der Deutsche Pflegerat ein klares Signal: Primärversorgung der Zukunft gelingt nur mit einer starken Pflegeprofession – nicht an ihr vorbei!

Das DPR-Positionspapier „Primärversorgung zukunftsfest gestalten – Pflegekompetenz konsequent einbinden“ finden Sie in der Anlage sowie hier auf der Website des Deutschen Pflegerats.

Download Positionspapier

Ansprechpartner:innen

Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de

Diesen Artikel teilen:

Der DPR-Newsletter Wir informieren Sie in unserem monatlichen Newsletter über die Entwicklungen in allen Themen.

Newsletter An-/Abmeldung